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FAQ - Das Legen von Trails


Eine Person bewegt sich von einem Punkt A zu einem Punkt B. Fertig ist der Trainingstrail. Ganz so einfach wie es sich hier liest ist es in der Praxis leider doch nicht. Unserer Meinung nach gehört zu einem strukturierten Trainingsaufbau dazu, dass man sich über so vermeintlich simple Sachen etwas mehr Gedanken machen sollte. Ich versuchen in diesem Artikel die wichtigsten Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt, zu schildern und werde typische Fehlerquellen aufzuzeigen. Dies soll helfen ein besseres Gespür für den Schwierigkeitsgrad einer Trail zu entwickeln.

Der größte Fehler, der unserer Meinung nach gemacht wird, ist Trails einfach so ins Blaue hinein zu legen. Oft werden nur ein paar „wichtige“ Eckdaten überlegt, wie etwa die Länge des Trails, das Alter und die Anzahl der Abzweige. Optimal ist das natürlich alles nicht. Ein nachhaltiger Trainingsaufbau erfordert, etwas Gehirnschmalz bereits in die Planung der Trails zu legen.

Festlegen eines Schwerpunktes

Weit bevor man anfängt sich Gedanken über den tatsächlichen Verlauf der Trail zu machen, sollte man sich überlegen, welches Ziel man mit diesem Trail verfolgt, welchen Schwerpunkt man trainieren möchte und mit welchen Schwierigkeiten man den Hund auf dem Trail konfrontieren will. Dabei sind die bereits oben genannten trivialen Parameter wie die Länge und die Anzahl der Abzweigungen erst einmal nur sehr zweitrangig zu betrachten. Sie ergeben sich oft auch automatisch, wenn man den Trainingsschwerpunkt definiert und den Treffpunkt festgelegt hat. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass es sinnvoll ist, nur einen bestimmten Schwerpunkt gezielt zu definieren. Durch die Rahmenbedingungen und äußere Einflüsse kommen dann meistens automatisch und oft leider auch ungewollt weitere Schwierigkeiten hinzu.

Prüfung der Machbarkeit

Hat man den Trainingsschwerpunkt festgelegt, geht es darum zu prüfen ob sich dieser Wunsch auch realisieren lässt. Es gilt nun z.B. ein für diesen Schwerpunkt geeignetes Trainingsgebiet zu wählen oder zu suchen. Außerdem ist es wichtig, sich um die sonstigen Voraussetzungen zu kümmern. Möchte man z.B. eine Fremdpersonen suchen lassen, muss diese auch verfügbar sein. Setzt man sich einen Negativ-Ansatz als Schwerpunkt, muss ein entsprechender Geruchsartikel besorgt werden. usw. An diesem Punkt der Planung passiert es dann bereits oft, dass die ursprüngliche Idee überarbeitet werden muss.

Legen des Trails

Sind schließlich alle Planungen abgeschlossen und der Verlauf des Trails steht fest, sollte das eigentliche Abgehen durch die Versteckperson wie ein normaler Spaziergang aussehen. Wenn nicht explizit vorher abgestimmt, sollten auch keine längeren Verweilzeiten an einem bestimmten Ort eingebaut werden. Auch sollten keine ungeplanten Schlaufen oder Ähnliches gelaufen werden. Wenn nicht ausdrücklich erwünscht, wird auch nicht gerannt oder betont langsam gelaufen werden. Man bewegt sich einfach ganz natürlich vom festgelegten Startpunkt zum geplanten Endpunkt.

Sich nur über den Trailverlauf abzusprechen und den Runner dann alleine die Trail legen zu lassen, ist meist keine kluge Idee. Dies führt leider sehr oft zu unliebsamen Überraschungen. Nach Möglichkeit sollte der Trailleger (Runner) beim Legen immer vom späteren Backup (Wisser) begleitet werden. Wenn kein Backup zur Verfügung steht, muss die gelegte Trail so markiert werden, dass der Hundeführer den Verlauf leicht und ohne jeden Zweifel erkennen kann. Ein Abkommen vom Trail kann in Fällen, in denen der Hundeführer meint richtig zu laufen, sich tatsächlich aber schon weit von der Trail  entfernt hat, zu signifikanten Trainingsrückschritten führen.

Eine Abweichung um einige Meter vom geplanten Verlauf hat in der Regel keine Auswirkung auf das Suchverhalten der Hunde. Ob man auf einem breiten Gehweg dicht an den Häuserwänden oder nahe an der Straße läuft, ist herzlich egal. Die leichten Geruchspartikel verteilen sich durch die Körperthermik, Aerodynamik und Wind meist über eine größere Fläche. Dies ist auch der Grund warum Hunde bei sehr frischen Trails, bei denen sich die Geruchspartikel noch nicht setzen konnten, Schwierigkeiten haben den genauen Laufweg der Versteckperson zu verfolgen. Man sollte sich stets in Erinnerung rufen, dass der Hund der Geruchsspur und nicht der Laufspur der vermissten Person folgt. Diese sind in der Praxis in den seltensten Fällen wirklich deckungsgleich.

Der gelegte Trail

Mit jedem Meter den sich unserer Versteckperson bewegt legen wir einen Trail aus Geruchspartikeln. Passieren dabei Fehler, z.B. weil der Trailleger einen Abzweig nicht findet und deshalb falsch läuft,  kann dieser Irrtum nicht mehr rückgängig gemacht werden. Meist ist das kein großes Drama, es ist aber sehr wichtig den Hundeführer oder dessen Backup unbedingt davon in Kenntnis zu setzen. Mit zunehmendem Alter des Trails ändert sich nicht nur dessen Qualität, sondern der Trail kann durchaus auch noch seine Position verändern. Deshalb ist es sehr wichtig, dass der Hundeführer über die Gesetze der Thermik und weitere physikalische Phänomene Bescheid weis. Nur dann kann er sich erklären, warum der Hund am Morgen bei Hanglagen deutlich oberhalb der Laufspur den gesuchten Geruch finden wird, während es sich zum Abend hin genau umgekehrt verhält.

Alte Trails

Bei Trails die altern sollen bevor man sie mit dem Hund absucht, muss eine Möglichkeit gefunden werden den Trailleger von Endpunkt zu entfernen ohne eine weitere Trail zu legen, die dann leider auch noch immer frischer als die gesuchte Geruchsspur ist. Die gleiche Problematik gilt es zu beachten, wenn man den Trailleger später wieder an den Fundort aussetzt. In der Praxis wird man wohl häufig auf ein Kfz zurückgreifen, hier ist aber unbedingt auf geschlossene Scheiben und eine abgestellte Lüftung zu achten. Da kein Auto wirklich ganz luftdicht ist, empfiehlt es sich zusätzlich den gelegten Trail nicht zu kreuzen und so viel Abstand wie möglich zu halten.

Das Ende des Trails


Am Ende des Trail steht in der Regel unsere Versteckperson, leider! Hier würde ich mir im Training oft deutlich pfiffigere Varianten wünschen. Dieser Punkt sollte schon bereits bei der Planung eines Trail Berücksichtigung finden, denn nicht jeder Endpunkt eignet sich für eine „besondere“ Auffindesituation. Gerne genommen wird z.B. der Hochsitz am Waldrand, oder das Waldversteck unter einem Trannetz. Es muss geht aber auch viel simpler. Verbergt den Runner doch einfach mal hinter einer großen Tageszeitung oder steckt ihn in ein komisches Outfit. Positioniert den Runner im Park auf einer Piknik-Decke oder lasst ihn auf einer Bank ein Nickerchen machen. Bei Runnern immer beliebt: Das Strassencafe. Der Runner könnte am Auffindeort aber auch einer Tätigkeit nachgehen: Hecke schneiden, Straße kehren, Auto waschen, Schnee schippen, alles ist möglich. Schön sind auch versperrte Verstecke hinter einer Tür, einem Garagentor oder einem Gartentörchen. Lasst der Fantasie freien Lauf und bietet den Hunden die für eine nachhaltige Ausbildung notwendigen Abwechslungen. Bei vielen Hunden hat sich das Bild der ruhig an der Ecke stehenden VP bereits so eingebrannt, dass es bei alternativen Findesituationen zu Problemen mit der Anzeige kommt. Umgekehrt tendieren solche Hunde auch zur Fehlanzeige, weil eine unbeteiligte Person, die gerade zufällig an der Ecke steht, in ihr „Findeschema“ passt.

 

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